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Käse-News: Tote durch Listerienbefall
letzte Aktualisierung am 02.03.10 um 15:01 Uhr
17.02.10 um 13:03 Uhr
Der Verzehr von bakterienbelastetem Sauermilch-Käse aus österreichischer Produktion hat dem Wiener Gesundheitsministerium zufolge vier Österreicher und zwei Deutsche das Leben gekostet. Die Todesfälle ereigneten sich 2009. Ursache sollen mit Listerien-Bakterien verseuchte Käse aus der Steiermark sein. Das österreichische Unternehmen hat die Käseproduktion am 16. Februar 2010 vorläufig eingestellt. Der Hersteller hatte im Januar eine Rückrufaktion gestartet, nachdem die Handelskette Lidl wegen Infektionsgefahr vor dem Verzehr von zwei Käsesorten aus ihrem Sortiment gewarnt hatte (Käseweb berichtete: http://www.kaeseweb.de/forum/t633/Rueckruf-bei-Lidl). Laut Lidl wurden in einigen Proben erhöhte Werte von Listerien festgestellt. Listerien können grippale Infekte verursachen, aber auch Durchfall und Blutvergiftungen auslösen. Bei immungeschwächten Menschen können Listerien aber unter Umständen auch eine tödliche Hirnhautentzündung verursachen.
Der Beitrag wurde am 17.02.10 um 13:08 Uhr bearbeitet.
17.02.10 um 13:16 Uhr
Laut Ulrich Herzog, Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im österreichischen Gesundheitsministerium, gab es in den vergangenen Jahren in ganz Europa eine generelle Zunahme bei den Erkrankungen durch Listerien. Schuld daran dürfte nicht die mangelnde Hygiene, sondern die zunehmende Immunschwäche der Menschen sein, meinte Ernährungsmediziner Christian Matthai, "denn Lebensmittelstandard und -hygiene sind in Österreich extrem hoch". Vielmehr dürfte das Immunsystem der Menschen - etwa durch Umweltgifte - mehr belastet sein, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war. Die Symptome seien somit eher ausgeprägt. "Die Durchseuchungsrate ist aber sicherlich viel höher, als wir es wissen. Wir wissen es ja nur, wenn wir es hinterfragen, wenn es Beschwerden gibt", erklärte Matthai. "Viele Menschen sind infiziert, wissen es aber nicht, weil sie keine Beschwerden haben." Quelle: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/chronik/2294320/listerien-kaese-menschen-heute-immungeschwaechter.story
Der Beitrag wurde am 17.02.10 um 13:18 Uhr bearbeitet.
18.02.10 um 11:33 Uhr
Wie lange darf Käse gelagert werden, bevor er krank macht? Wegen einer Listerien-Infektion liegen mehrere Menschen im Krankenhaus - sechs Todesfälle werden mit einem Käseprodukt in Verbindung gebracht. Die Kontrollrichtlinien wurden offenbar penibel eingehalten. Sind sie zu lasch? Dazu ein lesenswerter Beitrag auf Spiegel online: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,678463,00.html . Und schauen Sie sich doch auch die abschließenden Diskussionsbeiträge zu diesem Thema dort an. Wirklich interessant, was da so von sich gegeben wird.
Der Beitrag wurde am 18.02.10 um 11:45 Uhr bearbeitet.
19.02.10 um 17:12 Uhr
Zu den tragischen Ereignissen, hervorgerufen durch den Verzehr von bestimmtem Käse aus Österreich, der mit Listerien belastet war, sowie einigen sachlich wenig hilfreichen Äußerungen, auch aus den Reihen der deutschen Verbraucherzentralen, stellt der deutsche Milchindustrie-Verband, Berlin (MIV) klar:
1. Listerien sind Bakterien, die nahezu überall vorkommen und bei besonders immunschwachen Menschen, Kleinkindern oder - wie im vorliegenden Fall - bei alten, kränklichen Personen in Einzelfällen u. a. zu Durchfällen, Erbrechen und Fieber in unterschiedlicher Ausprägung führen können. Bei gesunden Menschen wird das Vorkommen von Listerien oft gar nicht bemerkt. Etwa 10 % aller Menschen haben die Bakterien im Darm, ohne dass dies gesundheitliche Folgen hätte.
2. Eine Infektion mit Listerien kann durch nicht sachgerecht hergestellte, transportierte oder gelagerte Lebensmittel geschehen.
3. Für eine pauschale Ablehnung von Käse, speziell Rohmilchkäse, Mayonnaise oder anderen Produkten, wie dieser Tage von der Verbraucherzentrale Hamburg geäußert, besteht keinerlei sachlicher Grund.
Deutschland ist mit 2,1 Mrd. Kilogramm jährlich einer der größten Käsehersteller weltweit. Die Käseproduktion in Deutschland erfolgt auf höchstem technischen und hygienischen Niveau. In Deutschland gab es in den letzten Jahren keine Fälle, wie sie aktuell in Österreich aufgetreten sind.
4. Über die gesetzlich vorgeschriebenen Maßnahmen und Kontrollen hinaus, hat die deutsche Milchindustrie zusammen mit der Wissenschaft eigens einen Leitfaden zur Listerienbekämpfung für die Molkereien entwickelt. Damit sollen tragische Folgen, wie beim vorliegenden Ausnahmefall aus Österreich, so weit als irgendwie möglich ausgeschlossen werden.
5. Im Übrigen kann jeder Verbraucher selbst durch sachgerechten Umgang mit den Lebensmitteln (z. B. richtige Kühlung bei Transport und Lagerung) das Infektionsrisiko senken. Risikogruppen sollten im Zweifel immer auf den Konsum von Lebensmitteln verzichten, von denen eine erhöhte Belastung ausgehen könnte. Hierzu zählen unbehandelte Lebensmittel jeglicher Herkunft.
Durch die sehr aufwändige Qualitätssicherung und intensive Kontrolle in den deutschen Molkereien wird somit ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit der Verbraucher beim Verzehr von deutschen Milchprodukten geleistet und ein Höchstmaß an Produktsicherheit garantiert.
Quelle: Milch-Industrieverband, Bonn
Der Beitrag wurde am 20.02.10 um 12:10 Uhr bearbeitet.
02.03.10 um 15:01 Uhr
Wahrscheinlich ist die Ursache für den Listerienbefall des verseuchten Käses gefunden worden. Der Hersteller räumte am Wochenende ein, dass ein betriebsinterner Fehler die Ursache sein kann. So wurden die betroffenen Käsesorten mit anderen Schutzkulturen als zuvor bestrichen. Diese wiederum hatten keinen ausreichenden Listerienschutz.
Überträger der Bakterien soll der Dungkäfer gewesen sein. Dieser Käfer waren bereits im September gesichtet worden und es gab Schutzmaßnahmen. Aber anscheinend nicht ausreichend, so dass das Ungeziefer in die Fertigung gelangen konnte. Wäre zu dem Zeitpunkt noch die bisherige Schutzkultur verwendet worden, wäre unter Umständen nichts passiert. Das Kontroll- und Warnsystem innerhalb der Firma hat auch versagt, da eine Änderung der Kultur nicht bekannt gegeben worden sein soll.
Der österreichische Hersteller betonte in einer Stellungnahme, dass die veranlasste Rückholaktion freiwillig geschehen sei und die Produktion solange ruht, bis die Ursache für die Verseuchung restlos aufgeklärt ist.
Der Beitrag wurde am 02.03.10 um 15:03 Uhr bearbeitet.
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