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Verbraucherfragen: Natürliches Glutamat in Käse und seine Auswirkungen
letzte Aktualisierung am 10.08.10 um 15:57 Uhr
04.08.10 um 18:50 Uhr
Hallo
Aufgrund einer Glutamatunverträglichkeit habe ich alle Lebensmittel denen Glutamat zugesetzt wurden sowie Stoffe hinter denen sich Glutamat versteckt vom Speiseplan gestrichen. Jedoch wusste ich nicht, dass Glutamat nicht nur ein rein synthetisch hergestellter Stoff ist, sondern auch in natürlichen Form in Lebensmitteln wie Tomaten und Käse vorkommt. Ich habe mich schon seit längerem gewundert, warum der Konsum von Käse eine ähnliche Auswirkung bei mir entfaltet wie der damalige Konsum von glutamathaltigen Fertigprodukten. Konkret löst der Konsum meiner folgenden Lieblingskäsesorten: Mozzarella, Camembert, Tilsiter, Butterkäse, Emmentaler, Maasdamer, Edamer, Limburger oder Esrom, die gleichen Heisshungerattacken aus wie glutamathaltige Fertiggerichte. Diese Heisshungerattacken führen zu einem Käseverzehr von bis zu ca. 1 kg innerhalb von max. 3 Stunden und enden erst, wenn der durch Überkeit und Magenschmerzen abgeschlossene Sättigungsprozess eingetreten ist. Da ich zu diesem Thema im Internet keine konkreten Informationen respektive Zusammenhänge zwischen den Auswirkungen von synthetischem Glutamat und natürlichem Glutamat auf den menschlichen Organismus gefunden habe, wende ich mich mit meiner Anfrage an ihr Forum.
Im Rahmen von Recherchen habe ich zwar erfahren, dass Glutamat fachlich korrekt Glutaminsäure heisst und von den menschlichen Organismus sogar selbst hergestellt wird, weil es ein lebensnotwendiger Stoff ist.
Warum löst der Konsum von glutamathaltigen Lebensmitteln (Käse, Fertigprodukten) dieselben pseudoallergischen Reaktionen aus?
Für Ihr Feedback im Voraus besten Dank.
Mit freundlichen Grüssen
kaesemaus10
10.08.10 um 09:27 Uhr
Bezüglich der Bioverfügbarkeit, Verstoffwechslung und Wirkungsweise gibt es keine Unterschiede zwischen industriell gewonnenem und natürlichem Glutamat in Lebensmitteln.
Über die Nahrung nimmt der Mensch bei normaler Mischkost täglich ca. 8 bis 12 g Glutamat in gebundener Form auf. In den westlichen Ländern liegt die durchschnittliche Aufnahme an zugesetztem Glutamat bei ca. 0,3 g /Tag, die Gesamtzufuhr an freiem Glutamat beträgt etwa1 g /Tag.
Bei normaler oder sogar glutaminsäurereicher Ernährung ist bei gesunden Menschen normalerweise kein schädigender Einfluss zu erwarten. Selbst eine glutaminsäurereiche Ernährung hat keinen Einfluss auf die Glutamatkonzentrationen im Gehirn. Auch die Wirkung auf den Blutglutamatspiegel entspricht den normalen physiologischen Schwankungsbreiten.
Dennoch wirft der Einsatz von Glutamat immer wieder Fragen nach der Verträglichkeit auf und es gibt Personen, die sensibel auf Glutamat reagieren. Hier empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, besonders auf die Kennzeichnung der Lebensmittel zu achten bzw. Lebensmittel, die Glutamat enthalten, zu meiden.“ Verpackte Lebensmittel, denen Glutamat zugesetzt ist, müssen deshalb nach der Lebensmittel-Kennzeichnungs-Verordnung den Hinweis „Geschmacksverstärker“ tragen, gefolgt von der Verkehrsbezeichnung, d.h. ihrem Stoffnamen oder der entsprechenden E-Nummer (E 620 bis E 625). Die Kennzeichnungspflicht gilt auch für „lose“ Ware sowie für Kantinen- und Gaststättenverpflegung, wo ein entsprechender Hinweis auf der Speisekarte erforderlich ist. Damit hat der Verbraucher die Möglichkeit, die so gekennzeichneten Lebensmittel zu meiden und sich aktiv vor Überempfindlichkeitsreaktionen zu schützen.
Prinzipiell kann auf jedes Lebensmittel oder jeden Lebensmittelinhaltsstoff allergisch reagiert werden, daher auch auf Glutamat. Wenn dabei ein Lebensmittel als allergieauslösend identifiziert wird, ist dieses nach Möglichkeit zu vermeiden. Allerdings gibt es keine anerkannte Nachweismethode für eine Unverträglichkeitsreaktion auf Glutamat. Bei Glutamat ist es unklar in welchem Umfang auch physiologische und psychologische Effekte eine Rolle spielen.
Möglicherweise kommt es durch den Käsekonsum mit einem relativ hohen Gehalt an Glutamat in Verbindung mit der beschriebenen Glutamatunverträglichkeit zu einer Appetitsteigerung. Glutamat ist als wichtiger Botenstoff im Gehirn bei der Appetitregulation beteiligt. Allerdings gibt es noch keine aussagekräftigen Studien, die diesen Zusammenhang zwischen Glutamat und Heißhungerattacken belegen.
Redaktion KÄSE-THEKE
10.08.10 um 15:57 Uhr
Glutamat ist in zahlreichen Fertigprodukten enthalten. So genanntes Freies Glutamat ist auch in natürlichen Lebensmitteln enthalten: in Eiern, Fleisch, Käse, Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Spinat und vielen mehr. Mit 1280 mg/100 g ist Roquefortkäse das Lebensmittel mit dem höchsten natürlicherweise vorkommenden Glutamatgehalt. Auch Parmesankäse, Sojasauce, Pilze aus der Dose, Tomaten und Brühwürze auf Fleisch- und Hefebasis sind glutamatreich. Allerdings ist der Glutamatgehalt in der Regel sehr gering. Um den Glutamatgehalt einer Tütensuppe oder einer 150g-Tüte Chips zu erreichen, müssten Sie z.B. 120 Eier oder 7,5 kg Zwiebeln, 6 kg Schweinefleisch oder 4,2 kg Möhren, 1 Kg Tomaten essen oder 75 Liter Kuhmilch trinken. Nachstehend aber noch ein Link zu einem Beitrag, in dem das Thema Glutamat aus medizinischer Sicht behandelt wird: http://www.migraeneinformation.de/molmain/main.php?docid=50
Der Beitrag wurde am 10.08.10 um 16:13 Uhr von Cheesy bearbeitet.
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